Wer wir sind
Selbstverständnis, Arbeitsweise und Partner des Bündnisses
Ein Bündnis aus dem Landkreis, für den Landkreis
Das Bündnis gegen Rechts im Landkreis Neustadt a.d. Aisch – Bad Windsheim ist ein offener Zusammenschluss von Gruppen, Vereinen, Kirchengemeinden, Gewerkschaften, Initiativen und Einzelpersonen. Uns verbindet eine einfache Überzeugung: Eine freiheitliche, vielfältige und demokratische Gesellschaft verteidigt sich nicht von selbst. Sie braucht Menschen, die sichtbar für sie einstehen – auch und gerade in einem ländlichen Landkreis, in dem man einander kennt.
Entstanden sind wir Anfang 2024, als bundesweit Hunderttausende gegen rechtsextreme Umsturzpläne auf die Straße gingen. Unsere ersten Kundgebungen unter dem Motto „Nie wieder ist jetzt“ in Neustadt an der Aisch und Bad Windsheim haben gezeigt, wie viele Menschen hier dasselbe denken. Aus diesen Abenden ist eine dauerhafte Struktur geworden, die den ganzen Landkreis abdeckt – von Burgbernheim über Emskirchen, Ipsheim, Langenzenn, Markt Erlbach, Neuhof a. d. Zenn, Obernzenn und Scheinfeld bis Uffenheim.
Wofür wir stehen
Wir setzen uns für eine vielfältige, tolerante und demokratische Gesellschaft ein und treten rechtsextremen Tendenzen, Rassismus, Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit entschieden entgegen. Vier Grundsätze prägen unsere Arbeit:
- Menschenwürde ist unteilbar. „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ ist für uns kein Zitat, sondern Arbeitsauftrag – deshalb erinnern wir jedes Jahr am 9. November an die Reichspogromnacht und am 27. Januar an die Befreiung von Auschwitz.
- Demokratie ist mehr als Wählen. Sie lebt von Gremien, Verwaltungen und Ehrenamtlichen, die ungestört arbeiten können. Deshalb haben wir Rathäuser symbolisch unter Schutz genommen und Workshops für Kommunalpolitik angeboten.
- Wir grenzen ab, nicht aus. Unsere Kundgebungen sind offen für alle, die sich an demokratische Grundregeln halten. Wer rechtsradikale, antisemitische, antimuslimische, rassistische oder anderweitig menschenverachtende Aussagen tätigt oder entsprechende Symbole zeigt, wird von unseren Veranstaltungen ausgeschlossen.
- Extremismus hat viele Gesichter. Islamismus und Rechtsextremismus sind ideologisch verwandt – beide sind Feinde einer respektvollen, pluralistischen und friedlichen Lebensweise. Wir stehen solidarisch mit allen Bedrohten.
Wie wir arbeiten
Unsere Arbeit hat vier wiederkehrende Formen – sie tauchen in fast jedem Termin auf, den wir veröffentlichen:
- Kundgebungen und Mahnwachen. Vom Lichtermeer für Demokratie über Gegenkundgebungen bei AfD-Infoständen bis zur Mahnwache auf dem Neustädter Marktplatz nach dem Anschlag auf den CSD in Berlin. Wo es geht, mit Gebärdensprach-Dolmetschung.
- Bildung und Gespräch. Vorträge, Lesungen und Dialogabende – etwa die szenische Lesung „All das geschieht…“ aus einem Briefwechsel von 1938–1942 zum 80. Jahrestag der Befreiung, oder der Dialogabend mit Bijan Moini zu „Demokratie braucht dich!“.
- Qualifizierung. Workshops wie „Kommunale Demokratie schützen“ und „Demokratische Handlungsräume schützen“, gemeinsam mit der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus: Wie sichert man Beweise von Hass und Hetze, wie baut man Schutznetze auf, wie bleiben kommunale Gremien arbeitsfähig?
- Präsenz im Alltag. Infostände beim Heimatfest und beim Fest der Begegnung, Picknicks im Luitpoldpark, Konzerte zur Interkulturellen Woche, Besuche beim Islamischen Kulturverein Neustadt. Vieles davon läuft ohne Mikrofon – und wirkt trotzdem.
Mit wem wir zusammenarbeiten
Wir sind Mitglied in der Allianz gegen Rechtsextremismus in der Europäischen Metropolregion Nürnberg und darüber mit über hundert Kommunen, Verbänden und Initiativen vernetzt.
Im Landkreis und der Nachbarschaft arbeiten wir eng mit den örtlichen Bündnissen zusammen – unter anderem in Uffenheim, Burgbernheim, Scheinfeld und Markt Erlbach – sowie mit den Omas gegen Rechts, mit Kirchengemeinden, dem Islamischen Kulturverein Neustadt, Schulen, Vereinen, Kommunen und der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus. Viele unserer größeren Termine entstehen gemeinsam: Die Menschenkette vor dem Obernzenner Rathaus, die Aktionswoche „Rathäuser schützen“ oder das Fest der Begegnung beim Neustädter Heimatfest wären allein nicht möglich gewesen.
Wir sind überparteilich. Wir arbeiten mit allen zusammen, die auf dem Boden des Grundgesetzes stehen.
Was bisher geschah
Seit Februar 2024 haben wir im Landkreis über vierzig Veranstaltungen organisiert oder mitgetragen. Einige Stationen:
- Februar 2024 – „Nie wieder ist jetzt!“: die ersten großen Kundgebungen in Bad Windsheim und Neustadt a.d. Aisch, unter dem Motto „Neustadt leuchtet bunt“ mit Laternen, Taschenlampen und Lichterketten.
- Mai 2024 – 75 Jahre Grundgesetz: Grundgesetz-Rallye, Kunst und Festakt in der Rathaus-Ehrenhalle Neustadt.
- September 2024 – „Freiheit braucht Menschenrechte“: Gegenkundgebung zum AfD-Tourbus, gemeinsam mit den Omas gegen Rechts.
- November 2024 – Gedenken zum 86. Jahrestag der Reichspogromnacht in Bad Windsheim.
- Mai 2025 – „All das geschieht…“: szenische Lesung zum 80. Jahrestag der Befreiung, Spenden für „Scheinfeld ist bunt“.
- Juli 2025 – „Heimat im Herzen“: Infostand und Gesprächsrad beim Fest der Begegnung auf dem Neustädter Heimatfest.
- Herbst 2025 – Aktionssonntage in Bad Windsheim, Burgbernheim, Ipsheim und Uffenheim.
- Januar/Februar 2026 – Aktionswoche „Rathäuser schützen“: Menschenketten vor den Rathäusern in Obernzenn und Bad Windsheim, mit Enzo Bacigalupo aus Sonneberg als Gastredner.
- Juli/August 2026 – Picknick „Gemeinsam für ein starkes Miteinander“ im Luitpoldpark und Mahnwache gegen Fanatismus und Gewalt auf dem Neustädter Marktplatz.
Alle Termine und Nachberichte findet ihr im Terminkalender und im Rückblick.